Island: Wie von einer anderen Welt


28 Apr 2015

Island: Geysire, Gletscher und Schotterpisten ohne Ende machen aus der Insel im Norden ein wahres Paradies für Offroader. Selbst wenn man brav auf der isländischen Ringstraße bleibt, kommt man am Ende doch in Teufels Küche.

Ab in Teufels Küche

Hinter dem Lenkrad eröffnen sich manchmal Fragen über Fragen: Ist das Europa? Island erscheint doch wie eine ganz andere Welt: Einerseits hat das verfügbare Straßennetz nicht viel mit kontinentalen Verhältnissen gemein und andererseits ist auch die Landschaft vollkommen anders, abenteuerlich und atemberaubend schön.
Wenn Du der isländischen Küstenlinie folgst, gibt es auf einer Rundreise über mehr als 2 000 Kilometer mehr Naturwunder und Phänomene zu bewundern, als sonst wo anders auf der Erde. Auch die isländische Hauptstraße ist nicht frei von gewissen Herausforderungen – zweigt man ab in das Innere des Landes, wird es zuweilen so richtig abenteuerlich.

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Die Straße Nummer 1

Islands Straße Nummer 1, eine 1.500 Kilometer lange Ringstraße, ist das A und O für Autotouristen auf der skandinavischen Insel. Dabei sollte man sich aber nicht täuschen lassen: Die Nummer 1 ist weitgehend lediglich zweispurig, obwohl sie für das Land eine besondere Wichtigkeit hat.
Wer mit der Fähre aus Dänemark auf der Atlantikinsel ankommt, landet am Seydisfjördur im Osten. Andere kommen via Flieger am internationalen Flughafen Keflavik an, etwa 50 Kilometer vor den Toren der isländischen Hauptstadt Reykjavik. Hier befinden sich auch die Mietwagenschalter. Zwischen dem Flughafen und der Hauptstadt gibt es eine direkte, gut ausgebaute Verbindung – doch bereits diese erste Etappe bietet viele Gelegenheiten für Zwischenstopps: Nur wenige Kilometer abseits der Autobahn liegt zwischen Lavaarealen und der Atlantikküste das weltberühmte Thermalbad „Blaue Lagune“ nebst einigen dampfend-heißen Schwefelquellen.

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Unter dem Regenbogen

Wer den Weg entgegen dem Uhrzeigersinn wählt, kann Islands prominenteste Sehenswürdigkeiten bereits am Beginn der Tour genießen. Du fährst gen Osten, allerdings gleich wieder mit einem kleinen Umweg, der von Reykjavik aus zu den Geysiren und zum Gullfoss Wasserfall führt. Der Wasserfall des Flusses Hvítá stürzt sich unter einem mächtigen Regenbogen über zwei Etagen donnernd in eine tiefe Schlucht und degradiert den schweizerischen Rheinfall zu einer Petitesse.
Am Gullfoss beginnt die Kjölur-Route, die wichtigste Tour durch das Innere Islands – auf der Ringstraße geht die Tour dagegen weiter in Küstenrichtung, allerdings nicht ohne einen Abstecher zu den Thermalquellen von Landmannar-Laugar.
Über die Uferstraße an Islands Südseite geht die Reise entlang gewaltiger Gletscherzungen und tosender Wasserfälle weiter. Sie gehören allesamt zum Vatnajkökull, der so groß ist wie ganz Korsika und sich durch die Lavaschluchten verschiedene Wege zur Atlantikküste bahnt. Am Cap Dyrhólaey hat Mutter Natur pechschwarze Strände und gewaltige, bizarre Steinformationen geschaffen.
Hast Du den größten europäischen Gletscher hinter Dir gelassen, geht die Tour entlang wildromantischer Fjorde durch den Insel-Wald, dessen mannshohe Birken und Kiefern im Kontrast zu den sonst hier üblichen Gräsern, Flechten und Moosen stehen.

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Schwefeldampf und Mücken

Eine Unterbrechung machst Du am besten im ausgedehnten, zuweilen mückenreichen Seegebiet rund um den Myvatn: Die große Aktivität der Erde zeigt sich hier mit brodelnden Schlammbecken am Straßenrand, dampfenden Schornsteinen von modernen Erdwärmekraftwerken und typisch riechenden Schwefelquellen. Hier solltest Du ein Bad genießen, bevor es am rauschenden Godafoss vorbei in das romantische Husavik geht – von hier aus starten verschiedene Walbeobachtungstouren.
Die Hafenstadt Akureyri bietet zahlreiche Sehenswürdigkeiten wie die gemütliche Akureyrarkirkja und die Glerárkirkja, einen großen botanischen Garten und Ausflüge zur kleinen Fischerinsel Grímsey.
Akureyri ist auch der Ausgangspunkt für einen Besuch der beinahe vergessenen Fjorde in Islands Nordwesten: Romantisch und schön sind die Grassodenhäuser in Glaumbaer. Ein abenteuerlicher Rundweg führt um die Halbinsel Vatnsnes und zum Snæfellsnes-Nationalpark. Dabei gleicht der Fahrweg Teufels Küche – gleichzeitig macht er selbst den ungeübtesten Autotouristen zum Ritter der Landstraße, für den der Weg zum Gipfel keine Herausforderung mehr ist.
Von oben hast Du einen fantastischen Fernblick. Er geht auch nach Reykjavik und zum Flughafen, von dem aus es bald wieder Richtung Heimat geht.

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Jonas
Jonas

Mein Name ist Jonas, ich bin 22 Jahre alt und komme aus Baden-Württemberg. Ich führe zusammen mit meinem Kollegen eine Werbeagentur in Mannheim und mein größtes Hobby ist das Reisen. Auf dieser Webseite möchte ich meine Erfahrungen dokumentieren und euch daran teilhaben lassen.

Kommentare

  1. Wundervolles Land! Für jeden mehr als eine Reise wert!

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